· Pressemitteilung

HENRI: (D)ein dritter Ort für Secondhand-Fashion, Begegnung und Austausch

Der DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein betreibt in der Hammerstraße 10 in Siegen bereits seit einigen Jahren einen erfolgreich laufenden Secondhand-Kleiderladen. Nun hat er mit „HENRI“ am Löhrtor 7 in Siegen ein zweites Standbein in der Weiterverwertung von gespendeter Kleidung eröffnet. Mit dem Betrieb von Kleiderläden erfüllt der Wohlfahrtsverband zum einen eine soziale Funktion und positioniert sich zugleich für Nachhaltigkeit und verantwortungsvollen Konsum.

Das Projekt HENRI – benannt nach DRK-Gründer Henry Dunant – geht konzeptionell über den Verkauf von Secondhand-Mode hinaus und bietet als dritter Ort Raum für Austausch, Ideen und kleinere Veranstaltungen. Bei HENRI sollen gesellschaftlich relevante Themen wie Nutzung vorhandener Ressourcen, Linderung von Einsamkeit, soziales Engagement und kulturelle Aktivitäten zusammenkommen. „HENRIS Angebote wollen wir partizipativ entwickeln, zusammen mit Partner*innen und Ehrenamtlichen, die sich engagieren möchten“, so Stefanie Schierling, Kommunikationsleiterin des DRK-Kreisverbandes und verantwortlich für das neue Projekt, das zunächst bis Jahresende laufen wird. 

Der Secondhandshop hat feste Öffnungszeiten (Mittwoch von 10 bis 15 Uhr, Donnerstag und Freitag von 13 bis 18 Uhr und jeden ersten und dritten Samstag im Monat von 11 bis 16 Uhr), parallel können die sozialen Angebote und Workshops stattfinden. Dabei erfüllt der Fashion Bereich in dem kleinen, gut sortierten Laden, der vorwiegend Damenmode führt, gleich mehrere Zwecke. Dazu Stefanie Schierling: „Wir haben ja nicht sehr viel Platz bei HENRI – insgesamt haben wir Räumlichkeiten nur 100 qm, für Kleiderladen, Workshop- und Begegnungsraum aber auch für Küche, Toilette, Büro. Daher konzentrieren wir uns zunächst auf weiblich gelesene Kleidung, haben aber auch ein bisschen Männermode im Angebot. Wir wollen ein gut kuratiertes Sortiment bieten, das zu HENRI passt – modern und wertig – und damit auch die jüngere Zielgruppe und Studierende erreichen. Gleichzeitig dient der Verkauf der gespendeten Kleidung der Refinanzierung von HENRI als drittem Ort und subventioniert den ideellen Bereich des Projektes.“ Wer Kleidung spenden möchte: Diese sollte modisch sein, sauber und ohne Beschädigungen. Gerne genommen werden auch Handtaschen und Accessoires, Schuhe bitte nur neuwertig und nach Möglichkeit ungetragen. Nicht angenommen werden Kinderkleidung, Haushaltsartikel und sonstige Gegenstände.

Parallel zur Ladenbetrieb finden zu den Öffnungszeiten und an anderen Tagen die sozialen Angebote statt. Zum Beispiel jeden Donnerstag, wo sich von 14 bis 17 Uhr unter der ehrenamtlichen Leitung von Anni und Christoph Wirth, ein Seniorenpaar aus der Nachbarschaft, eine kleine Gruppe an Menschen trifft, die miteinander ins Gespräch kommen, ihre Sprachpraxis verbessern und einfach gesellig beisammen sein möchten. Dabei wird mal gespielt, gebastelt oder Kaffee getrunken. Christoph Wirth plant als nächstes Lese-Nachmittage und hat dafür eine kleine private Leihbücherei aufgebaut. In der kommenden Woche, am 4. März von 15:30 bis 18 Uhr startet ein neues Angebot. Pauline Busse, Studierende an der Uni Siegen, bietet ehrenamtlich unter dem Titel „Komme wer Wolle“ einen offenen Strick- und Handarbeitstreff an. Alle, die Lust haben, gemeinsam die Nadeln klappen zu lassen, sind herzlich willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos, Wolle und Nadeln sind selbst mitzubringen.

Weitere Interessierte, die sich bei HENRI einbringen möchten, sind ebenfalls willkommen. Kooperationspartner*innen sind bisher das Museum für Gegenwartskunst, das Bruchwerk Theater, das Fusion Lab der Universität Siegen, die Stadt Siegen aber auch Unterstützer*innen wie die Sparkasse Siegen, Bäckerei Schneider, Bürgerstiftung Siegen oder Münch Werbetechnik. Das Interesse an HENRI ist groß und es gibt zahlreiche weitere kreative Ideen für HENRI. „In Kürze ist ein Yoga-Workshop geplant. Ein gemeinschaftlicher Koch-Abend, vielleicht sogar mit geretteten Lebensmitteln, ist ebenfalls in angedacht. Im Sommer wird es Kooperationsveranstaltungen mit einigen unserer Partner geben. Besonders freut uns, dass der Ort selbst offenbar kreative Ideen sprudeln lässt. Bei der Eröffnung ist die Idee des Strick-Treffs an HENRI herangetragen worden und wird nun direkt ausprobiert,“ freut sich Stefanie Schierling. „HENRI ist ein Ort für Menschen und das, was sie daraus machen. Wir bieten Platz für Ideen. Außerdem gibt HENRI Menschen Raum, um einfach zu sein – ohne irgendwas leisten zu müssen. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Und HENRI ein sozialer Ort – modern und mit Style.“