Gegen einen Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein ist Anzeige wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung von Mitarbeiterinnen erstattet worden. Das Unternehmen hat darauf unmittelbar reagiert: Der Mitarbeiter wurde umgehend vom Dienst freigestellt und erhielt ein Betretungsverbot für sämtliche Gebäude und Räumlichkeiten des Kreisverbandes. Vorstand und Präsidium sind über alle Schritte informiert.
„Die Vorwürfe, die erhoben wurden, nehmen wir sehr ernst. Sie machen uns sehr betroffen“, erklärt Dr. Martin Horchler, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass die erhobenen Vorwürfe Gegenstand der laufenden Ermittlungen sind und bis zu einem rechtskräftigen Abschluss die Unschuldsvermutung gilt.
Der DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein hat in den vergangenen Monaten ein umfassendes Gewaltschutzkonzept erarbeitet, das kürzlich an alle Mitarbeitenden übersandt wurde. Dr. Martin Horchler: „Der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität. Diese Priorität bekräftigen wir mit unserem Gewaltschutzkonzept.“
Im vergangenen Jahr hatte es erste unkonkrete Hinweise gegeben, die auf Hörensagen beruhten. Auf dieser Basis wurde mit dem betroffenen Mitarbeiter ein Gespräch geführt. Es gab zu diesem Zeitpunkt keine Anzeige. Die betroffenen Mitarbeiterinnen haben sich nun vertrauensvoll mit konkreten Vorwürfen an die im Gewaltschutzkonzept genannten Ansprechpersonen gewandt, so dass weitere Schritte eingeleitet werden konnten.
In dem Gewaltschutzkonzept sind für den Umgang mit Fällen von Gewalt und insbesondere auch mit entsprechenden Vorwürfen klare Abläufe, Zuständigkeiten und Strukturen festgelegt, die wertvolle Orientierung geboten haben. Dazu gehörten insbesondere die unmittelbare Reaktion auf die bekannt gewordenen Vorwürfe, die Freistellung des Mitarbeiters sowie das ausgesprochene Betretungsverbot. Auch die weiteren Schritte wurden entsprechend der festgelegten Strukturen eingeleitet.
Mit Blick auf das laufende Verfahren wird sich der Kreisverband nicht zu Einzelheiten der Vorwürfe oder zu den Personen äußern. „Die aktuellen Ereignisse haben das Team des betroffenen Bereiches stark aufgewühlt. Um zunächst wieder etwas Ruhe hineinzubringen, haben wir eine andere Führungskraft mit der kommissarischen Leitung betraut,“ so Dr. Horchler. Der Kreisverband unterstützt die laufenden Ermittlungen vollumfänglich. „Wir werden die weitere Entwicklung des Verfahrens begleiten und im Rahmen unserer Möglichkeiten alle notwendigen Maßnahmen ergreifen.“
